Pressemitteilung vom 9.3.2026
Acht Prozent für die soziale Klimawende – ein starkes Zeichen
Am vergangenen Sonntag war Oberbürgermeisterwahl in Ravensburg. Der amtierende Bürgermeister hat sich drei Mitbewerbern gestellt, welche die Schwäbische Zeitung als "nicht ernst zu nehmende Kandidaten" bezeichnet. Das sahen nicht alle so. Mit der Politik von OB Rapp scheinen doch mehr Menschen unzufrieden zu sein, als erwartet. Einige davon haben sich getraut, einen der anderen Kandidaten zu wählen. "Protestwähler", so nennt Herr Rapp diese. Der Wunsch nach einer "Klimagerechten mutigen Stadtpolitik mit Vision", so interpretieren es Andere.
9,4 Prozent für den Kandidaten Umut Bulut und 8,1 Prozent für den Kandidaten Samuel Bosch, zusammen 17,5 fehlende Prozent ließen den Amtsinhaber am Wahlabend sichtlich angefressen wirken und sind schon so ein starkes Zeichen.
"Ich freu mich auf das versprochene kostenlose Kita-Jahr, die versprochene bessere Nutzung von Leerstand und bestehendem Wohnraum und auf die versprochene Photovoltaik-Offensive!" reflektiert Samuel Bosch über die Vorschläge für Ravensburg, die im Wahlkampf bereits von OB Rapp aufgegriffen wurden.
Seit Jahren setzen wir uns in Ravensburg für Klimagerechtigkeit ein. Der glücklichste Moment dabei war, als der Gemeinderat einstimmig beschloss hat, dass Ravensburg sein CO2-Budget zum 1,5-Grad-Limit einhalten möchte und dafür bis 2040 die angemessenen Maßnahmen zum Erreichen der Klimaneutralität ergreifen will.
Doch leider ist seitdem fast nichts passiert. Ravensburg hat sich nicht als Klimastadt, sondern als Stadt der bloßen Verbal-Ökologie hervorgetan: Also viel Reden - wenig Tun. An der Spitze der Misere steht als Ober-Verbalökologe der Oberbürgermeister Daniel Rapp, doch auch große Teile des Gemeinderats blockieren lieber als zu ermöglichen.
Ich, Samuel Bosch, schlage Lösungen vor, um die Erdaufheizung und die soziale Ungleichheit zugleich zu bekämpfen!
Klimagerechtigkeit bedeutet, dass die Schere zwischen arm und reich auch in Ravensburg nicht immer weiter auseinander gehen darf. Die Mieten steigen, gleichzeitig stehen bewohnbare Häuser, wie der Weingartner Hof leer – aus Profitgier. Ich möchte, dass die Stadt sich künftig um alle Bürger:innen gleichermaßen kümmert. Egal wie viel Geld, welcher Herkunft oder wie viel Lobby sie haben.
Besonders wir, die junge Generation dürfen kaum mitbestimmen, müssen aber die Entscheidungen und das Nichtstun ausbaden! Davon haben wir genug.
Aktuelles im Ticker
Was bedeutet Klimagerechtigkeit?
Die Klimakrise ist unfair. Verursacht wird sie zum allergrößten Teil von Menschen in den Industrieländern und dort vor allem von Menschen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft. Meistens gilt: Je mehr Geld, desto mehr CO2. Wie stark Menschen von der Klimakrise betroffen sind, ist genau andersherum. Ohne Geld ist es viel schwieriger, nach einer Überschwemmung wieder auf die Beine zu kommen oder sich vor extremer Hitze zu schützen. Im globalen Süden verursachen die Klimaveränderungen bereits jetzt zum Beispiel den Verlust von Lebensgrundlagen der Menschen durch Dürren oder Meeresspiegelanstieg. Dass Menschen im globalen Süden und mit wenig Geld stärker betroffen sind von den Folgen des Klimawandels, ist eine massive Ungerechtigkeit.
Und auch beim Bekämpfen der Klimakrise wird oft auf soziale Spaltung statt Umverteilung gesetzt. Wenn zum Beispiel Benzinpreise pauschal für alle teurer werden, bedeutete das für ärmere Menschen, dass sie nicht mehr mobil sein können, während es für Reiche ist nur ein paar Ausgaben mehr sind.
Klimagerechtigkeit bedeutet, die notwendigen Veränderungen gerecht zu gestalten. Beispielsweise durch kostenlosens Bus- und Bahnfahren und durch Strafsteuern auf Yachten und SUVs.
Um Wähler:innen, die sich eine schnellere und sozialgerechtere Klimapolitik wünschen, sichtbar zu machen und der Opposition eine Option zu geben, habe ich, Samuel Bosch, mich für den 8. März in Ravensburg zur Oberbürgermeisterwahl aufstellen lassen. Übrigens ist Umut Bulut auch ein unterstützenswerter Kandidat für Ravensburg.
Ich denke, man darf angesichts der Klimakrise nichts unversucht lassen - Das Thema Klimagerechtigkeit gehört auf den Tisch und in die Mitte der Diskussion!
Schaut euch gerne das Wahlprogramm an...
Meine Vorschläge für eine soziale und klimagerechte Stadt Ravensburg:
Die Grafik zeigt den klimagerechten Reduktionspfad aus dem Klimakonsens.
Maßnahmen für den Klimakonsens sind unter den anderen Punkten ausführlich aufgelistet.
Ausführliche Kritik von den Scientists for Future am Klimakonsens
Klimakonsens
Finanzierung
Klimaschutz kann teuer sein. Doch wie teuer ist ein weggeschwemmtes Haus? Studien zeigen, finanziell lohnt sich Klimaschutz. Studie
In Ravensburg stehen über 300 Wohnungen leer. Trotz steigender Mieten und Wohnraummangel hat sich seit Jahren wenig an der Anzahl geändert. Wir brauchen ein Städtisches Konzept zum Beispiel Anreize zur Gründung von genossenschaftlichem Wohnen, um Wohnungseigentümer zu unterstützen und zu motivieren, Wohnraum nicht einfach nur verfallen zu lassen.
Dies geht über eine:n städtische:n Leerstandsbeauftragte:n, die eine Übersicht über die leerstehenden Immobilien hat, Eigentümer:innen bei Renovierungen und Umwidmungsvorhaben unterstützen kann und auch Strafsteuern erhebt, sollten sie Häuser taktisch verfallen lassen (Tübinger Modell).
Wir brauchen kostenfreie Kitaplätze für Familien mit mittlerem und niedrigen Einkommen. Die Kitazeit ist häufig ausschlaggebend für die schulische und soziale Entwicklung eines Kindes. Guter Zugang zu Kitas erhöht die Chancengleichheit. Eltern sollten keine hohe finanzielle Last auf sich nehmen müssen, um gute frühkindliche Förderung und Unterstützung erhalten zu können. Gerade, da Eltern mit geringem Einkommen oft durch Schichtarbeitszeiten oder mehrere Mindestlohnjobs auf die Kinderbetreuung angewiesen sind.
Weingartner Hof wieder nutzen: Das Gebäude an der Ecke Kirchstraße/Herrenstraße steht seit geraumer Zeit leer. Die Besitzer möchten es nur sehr teuer vermieten. Mein Vorschlag ist, die unteren zwei Stockwerke zu einem Secondhand-Kaufhaus zu machen. Das schont den Geldbeutel der Bürger:innen und ermöglicht weniger Konsum von neuen Waren. Falls die Eigentümerfamilie das Gebäude nicht zu einem angemessenen Preis vermieten möchte, greift die Strafsteuer für Leerstand (siehe oben).
Mehr Fair-Teiler schaffen Es werden unglaubliche Mengen an Lebensmitteln weggeworfen. Gleichzeitig haben viele Schwierigkeiten, sich Essen zu leisten. Die Stadt muss auf Supermärkte und Co. zugehen und gleichzeitig Verteilpunkte wie Fairteiler und Tafeln unterstützen und Räume zur Verfügung stellen. Lebensmittelverschwendung beginnt auch in Ravensburg.
Finanzierung
In Ravensburg sind viele große Unternehmen mit vielen Mitarbeiter*innen ansässig. Sie profitieren von der attraktiven Region und von der Infrastruktur der Stadt. Ich wünsche mir, dass sie sich auch in der Pflicht sehen, einen Teil ihres Gewinns direkt für soziale Projekte und die Instandhaltung der Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.
Geloste Bürger:innenräte für jeden Stadtteil und für wichtige Entscheidungen.
Was sind Bürgerräte?
Politische Debatten werden von den Parteien geprägt – und zu einzelnen Themen melden sich noch Bürgerinitiativen, Vereine oder andere Lobbygruppen zu Wort. Das ist nicht wirklich repräsentativ. Dagegen richtet sich das Konzept der Bürgerräte. 2025 gab es in Deutschland 58 Bürgerräte. Der Bürgerrat unterscheidet sich von anderen Beteiligungsformaten durch die Auswahl der Beteiligten. Bei öffentlichen Veranstaltungen kommen üblicherweise diejenigen, die besonders unzufrieden sind und ihrem Ärger Luft machen wollen. Und es kommen einige stark engagierte Bürgerinnen und Bürger, die aufgrund ihres Engagements bekannt sind. Dagegen werden Bürgerräte ausgelost. Erfahrungsgemäß sagen etwa 10 % der Ausgelosten ihre Teilnahme zu. Der Kreis der beteiligten ist vielfältiger und der Querschnitt der Bevölkerung wird durch Bürgerräte besser abgebildet. Viele Berichte von Ausgelosten bestätigen: Von sich aus hätten sie sich nie gemeldet. Und einen weiteren Vorteil bietet die Auslosung: Ein Teil der Teilnehmer kommt noch nicht mit einer festen Meinung in den Prozess. Sie sind oft aufgeschlossener, die verschiedenen Argumente zu hören und abzuwägen.
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Stadt für alle, statt für Autos: Wir wollen eine Stadt, in der Schulkinder und ältere Leute keine Angst haben müssen, sich fortzubewegen. Dafür braucht es einen autofreien Altstadtkern (siehe auch unten), flächendeckend Tempo 30 innerorts und mehr Spielstraßen. Zudem können wir mehr Platz für Radfahrer:innen schaffen, indem Straßen zu Fahrradstraßen umfunktioniert werden.
Autos verbrauchen pro transportierter Person zu viel von unserem gemeinschaftlichen Platz in der Innenstadt. Deshalb braucht es höhere Parkgebühren in Innenstadtnähe, auch von der ersten Minute an.
Die Schussenstraße möchte ich zweispurig machen und damit mehr Platz für Fußgänger:innen und Fahrräder schaffen.
Autofreie Innenstadt: Das bedeutet, dass die Innenstadt nur noch von mobilitätseingeschränkten Menschen, Bussen und Lieferverkehr befahren werden darf. Der Einzelhandel beschwert sich zwar gerne über solche Vorschläge, zum Beispiel auch damals, als die B30 vom Marienplatz wegverlegt wurde. In der Realität hat allerdings bisher jede Veränderung zu weniger Autos in der Innenstadt dem Einzelhandel genutzt, weil sich die Aufenthaltsqualität erheblich verbessert. Wo es trotz Fernwärmeleitungen die Möglichkeit gibt, sollen Bäume in der Innenstadt gepflanzt werden.
ÖPNV statt Stau: Ob der nächtliche Heimweg von der Party oder der Versuch, ins Nachbardorf zu gelangen - jede Ravensburger:in kennt die Lücken im Busnetz. Um klimagerechte Mobilität allgemein zugänglich und zuverlässig zu machen, müssen wir diese dringend stopfen und die Taktungen erhöhen. Ich setze mich zudem für einen Nulltarif in allen Bussen ein, also kostenloses Busfahren.
Langfristig ist für Ravensburg ein Tramnetz sinvoll. Wenn der Verkehr zum großen Teil auf Busse umgestellt wird, ist es nur logisch, die Hauptbuslinie, durch Straßenbahnen zu ersetzen, um zuverlässig, effizient und mit viel Kapazität unterwegs zu sein.
Das Tramnetz sollte auf jeden Fall Ravensburg, die Weststadt, Weißenau, Weingarten und Baienfurt umfassen. Vielleicht auch die Wangener Straße.
Artikel der Zeitschrift Lunapark zur Tram in Ravensburg
Kein Molldiete-Tunnel: Der Molldietetunnel wird die Kapazitäten der B32 erhöhen und damit für mehr Autos auf den Straßen sorgen. Wer Straßen säht, wird Verkehr ernten und damit mehr Stau verursachen. Stattdessen brauchen wir kluge Lösungen wie mehr Park&Ride-Parkplätze, mehr Buslinien und kostenlose Bus-Tickets für Pendler:innen.
Finanzierung: Verkehrswende-Projekte sind teuer. Doch sie sind keine Zusatzausgabe, sondern ersetzen Ausgaben für die Autostraßen zum großen Teil. Wenn ein Großteil der Bevölkerung auf die dann sehr attraktiven und komfortabel geschaffenen Alternativen umsteigt, sparen wir viele Millionen für dann überflüssige Parkhäuser, Straßen und Tunnel. Unterm Strich also ein finanzieller Gewinn.
Photovoltaik, um die Energiewende voranzubringen. Die Stadtverwaltung und die Kirchen sollten endlich mit gutem Beispiel vorangehen und die großen Dachflächen ihrer Gebäude effizient nutzen. Ein Bürgermeister, der eine Photovoltaikstadt will, hat die Aufgabe, auf alle Eigentümer von sinnvoll nutzbaren Dachflächen zu zugehen.
Geothermie für Nahwärme: Um unsere Wärmeversorgung von fossilen Energien unabhängig zu machen setze ich mich für Nahwärme aus Geothermie ein. Ich möchte einen Beschlussvorschlag in den Gemeinderat einbringen, um eine entsprechende Förderung für die Bohrung zu bekommen.
Finanzierung
Abgesehen davon, dass die fossile Energie irgendwann aus sein wird, steigt ihre Vorteile immer weiter an. Schlau ist es, früh auf die nicht teurer werdenden erneuerbaren Energien zu setzen - Energie, die die Natur uns schenkt. Lediglich die Technik, um sie zu gewinnen, muss man kaufen, und das meist nur einmal. Anfänglich sicher ein Aufwand, doch am Ende lohnt es sich dicke!
Klimaanpassung: Auf Landesebene wird diskutiert Klimaanpassung zur kommunalen Pflichtaufgabe zu erheben. Das würde deutlich mehr finanzielle Mittel für Ravensburg als Stadt bedeuten, um sich auf kommende Hitzewellen und Überflutungen anzupassen. Konkret bedeutet das eine Entsiegelung von Flächen, wo immer möglich, um die Entstehung von Hitzeinseln im Stadtbild zu vermeiden.
Baumschutzsatzung wieder einführen: Außerdem die Wiedereinführung der unter OB Rapp abgeschafften Baumschutzsatzung, um die fürs Stadtklima wertvollen Bäume auch rechtlich schützen zu können.
Lärm und Verschmutzung reduzieren: Die Stadtbevölkerung und die Tiere, vor allem im Kern von Ravensburg, leiden stark unter dem zunehmenden Lärm und der Verschmutzung durch Autos und das Silvesterfeuerwerk. Mein Vorschlag sind Temporeduzierungen, Zonen, die nur von Anliegern befahren werden dürfen, und an Silvester gemeinschaftliche Lasershows für jeden Stadtteil, anstatt wildes Feuerwerk.
Finanzierung
Die viel ist uns das Wohlbefinden von Bürger:innen in der Stadt wert? Wie viel ist uns ihre Gesundheit wert? Es ist zudem nachgewiesen, dass sich viel Grün und wenig Stress gut auf die Lebensqualität und damit auf die Arbeit auswirkt.
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Kontaktiere mich gerne: samuel(at)rav-klima-gerecht.de